Masterprojekt

Samstag 14.11.20 14:00 Trotte

Block 1: 25.- | 20.- | 15.- | Festivalpass: 99.-

Im Laufe der Geschichte der Musik hat sich das Schlagzeug mehr und mehr weiterentwickelt. Gerade in der improvisierten Musik wurden dessen Einsatz immer diverser und die Ausdrucksmöglichkeiten grösser.
Diesen Weg versuche ich in meiner Arbeit weiter zu verfolgen. Die Erzeugung eines Klanges, welcher sich vom Instrument abhebt und als musikalisches Ganzes erscheint. Dabei erscheint mir die Retrospektive ähnlich wichtig wie den Blick nach vorne. Gerade die Nebeneinanderstellung von traditionellen und modernistischen Elementen erzeugt ein spannendes Forschungsfeld. Ein endloser Spielraum an Klängen und Materie.
Weiter im Vordergrund steht die Auseinandersetzung mit der Dynamik der Musik. Da das Schlagzeug ein sehr physisches Instrument ist, wird das Hauptaugenmerk oft auf laute Klänge gelegt. Die unteren Dynamikstufen bieten jedoch, meiner Meinung nach, eine grosse Bandbreite an möglichen Farben und Spielweisen. Das filigrane, leise, jedoch energetische, Spiel nimmt einen wichtigen Teil meiner Arbeit.
Auch die klassische Rolle des Schlagzeuges wird in diesem Projekt in Frage gestellt. Ohne diese klar zu verneinen versuche ich jegliche anderen möglichen Rollen zu untersuchen. Durch diese Arbeit entstehen auch spannende Mischformen.
Beeinflusst wird die Musik sicher stark von zeitgenössischer klassischer Musik und freier Improvisation. Die Klangvielfalt dieser Stilistiken entsprechen mir sehr, sollen mich aber nicht einengen. Die Suche nach einer persönlichen Sprache steht im Zentrum.
Für mich war Musik immer auch Begegnung. Begegnungen mit Menschen mit verschiedenen Hintergründen und Ansichten. Dieses Zusammentreffen setzt oft Energien frei, die oft schier unvoraussehbar sind. Begegnungen kreieren Spannungsfelder.
Mit dem Zusammentreffen des chilenischen Gitarristen Martin Theurillat, dem israelischen Bassisten Nadav Erlich, dem westschweizer Pianisten Alvin Schwaar und mir am Schlagzeug versuche ich meine Arbeit in einen gesamtmusikalischen Kontext zu stellen und eine Fusion verschiedener Welten möglich zu machen. Die Auflösung jeglicher Grenzen und Schubladen ist Ziel und Anspruch. Jedes Zusammentreffen erzeugt neue Formen und Farben. Ähnlich einer intensiv geführten Diskussion geht es mir darum immer tiefer zu tauchen und immer mehr Fragen aufzuwerfen. Fragen welche uns weitertreiben, uns wachsam halten.